Schneckenalarm!

Tom freute sich wie jedes Jahr auf die Sommerferien, denn da durfte er immer zu seinen Großeltern auf den Bauernhof fahren. Er liebte den Bauernhof mit all seinen vielen Tieren. Den ganzen Tag verbrachte er immer im Kuhstall oder Schweinestall oder bei den Enten und Hühnern im Hühnerhaus. Jeden Abend bevor es dunkel wurde ging seine Großmutter in den Gemüsegarten und fing ganz laut an zu rufen: "Schneckenalam, Schneckenalarm!" Tom wusste, dass er jetzt ganz schnell in den Gemüsegarten kommen und der Großmutter beim Einsammeln der Schnecken helfen musste. Er machte es gerne, denn hinterher durfte er immer den vollen Eimer mit Schnecken hoch in den Wald tragen und alle wieder laufen lassen. Lustig war das immer anzuschauen, wie die vielen Schnecken übereinander und untereinander anfingen davonzukriechen. Aber an diesem Tag war alles anders. Die Großmutter nahm den vollen Eimer mit den Schnecken selbst in die Hand und verschwand im Hühnerhaus. Tom lief ihr ganz schnell hinterher und erschrak fürchterlich als er sah, was die Großmutter mit den Schnecken machte. "Was machst du denn da Oma? Lass das!", rief Tom und wollte ihr den Eimer aus der Hand nehmen. Aber die Großmutter schüttete ganz schnell die Schnecken in den Hühnerstall. Alle Hühner fingen sofort an zu picken und fraßen alle Schnecken auf. "Tom", sagte die Großmutter, "wir bringen die Schnecken nicht mehr in den Wald, denn von dort kommen sie immer wieder zurück und fressen mein ganzen Gemüse weg. Für die Hühner sind sie ein gutes Fressen". Tom war entsetzt und sehr, sehr traurig. Da sah er plötzlich, dass drei Schnecken entkommen konnten. Schnell sammelte er sie ein, legte sie in einen kleinen Eimer und trug sie, ohne dass es seine Großmutter merkte, in sein Zimmer im Haus. Nach dem Abendessen nahm er etwas Salat mit und wollte die Schnecken damit füttern. Aber als er in den Eimer schaute, erschrak er. Die Schnecken waren weg! "Was mach ich jetzt nur?", dachte er und suchte überall. Sogar in seinem Bett schaute er nach. Nichts, die Schnecken waren verschwunden. Als er noch mal genauer in den Eimer schaute, sah er drei Schleimspuren, die er über den Eimerrand verfolgen konnte. Sie führten ihn zum geöffneten Fenster. Er musste noch einmal hinaus in den Garten um die Schneckenspuren zu verfolgen. Ganz, ganz leise schlich er hinaus. Es dämmerte schon und er konnte nicht mehr so gut sehen. Aber Tom war klug. Er nahm seine Taschenlampe mit und ging den Spuren nach. Oh, Schreck, sie endeten wieder im Salatbeet. Ganz aufgeregt suchte er mit der Taschenlampe jeden Salatkopf ab. Tatsächlich fand er die drei Ausreißer, packte sie an ihren Häuschen, legte sie in seinen Eimer und trug sie schnell hoch zum Wald. Ganz leise schlich er sich wieder in sein Zimmer und überlegte sich einen Plan um alle Schnecken vor den Hühnern zu retten. Tom dachte nach und dachte nach und schlief schließlich todmüde ein. Als er früh aufwachte schien ihm die Sonne ins Gesicht. Er sprang aus seinem Bett und hatte sofort eine gute Idee, wie er die Schnecken retten könnte. Gleich nach dem Frühstück lief er zu seinem Großvater in die Werkstatt. "Opa", rief er, "ich brauche einen Schneckenzaun. Ich möchte im Wald eine große Schneckenburg bauen und mit einem Schneckenzaun einzäunen. Kannst du mir helfen?" Der Großvater schaute Tom etwas zweifelnd an, packte dann aber sein Werkzeug zusammen und legte alles in die Schubkarre. "Los, Tom, auf geht es!" rief der Großvater lachend. Am Wald angekommen suchten sie eine geeignete Stelle, um eine große Schneckenburg zu bauen. Sie bauten beide mit Schaufel und Spaten den ganzen Tag und vergaßen sogar das Mittagessen. Aber als sie fertig waren staunten sie beide über die wunderschöne Schneckenburg. Jetzt zogen sie noch den Zaun herum, sodass keine Schnecke mehr entkommen konnte. Tom strahlte vor Glück. "Opa", sagte Tom, "jetzt müssen wir Oma noch überzeugen, dass ich die Schnecken wieder in den Wald tragen darf und sie nicht mehr zurückkommen können, um ihre Salate aufzufressen." Der Großvater lachte und umarmte seinen Enkel und vergnügt gingen sie beide nach Hause. Sie hatten großen Hunger und setzten sich gemütlich in die Küche. Doch zum Essen kam Tom nicht, denn genau in diesem Moment hörte er seine Großmutter rufen: "Schneckenalarm, Schneckenalarm!" Tom rannte so schnell er konnte zum Gemüsegarten, nahm gleich zwei Eimer mit und sammelte so viele Schnecken wie er nur konnte. Dann packte er seine Oma an der Hand, führte sie in den Wald und zeigt ihr die wunderschöne Schneckenburg. Die Großmutter strahlte und sagte: " Das habt ihr ja toll gebaut. So eine schöne Burg habe ich ja noch nie gesehen." Die Großmutter war damit einverstanden, dass Tom jeden Tag, solange er bei seinen Großeltern war, die Schnecken in die Burg bringen durfte und die Hühner etwas anderes zu fressen bekamen. Tom war ganz stolz darauf, dass er jeden Tag soviele Schnecken retten konnte. Eines Tages, als er wieder vor seiner Schneckenburg saß und die vielen Schnecken beobachtete, sah er, dass plötzlich ganz viele Babyschnecken herumkrochen. Winzig klein, höchstens zwei oder drei Tage alt. Die kleinen Häuschen waren noch ganz durchsichtig. Vielleicht findet ihr auch mal in der Natur eine Babyschnecke, dann schaut euch mal das kleine Häuschen an!

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